Burg Bommersheim

Eine rekonstruierte Grundmauer zeigt den Verlauf der ehemaligen Befestigung der Burg Bommersheim.
Die rekonstruierte Grundmauer der Burg Bommersheim (Foto: G. Weber).

Im Oberurseler Stadtteil Bommersheim wurden ab 1988 die Reste der ehemaligen Burg Bommersheim archäologisch untersucht. Ein Teil der Fundamente der Ringmauer konnten aufgemauert und in einer Grünanlage erhalten werden.

Teile der rekonstruierten Fundamente der Ringmauer in der Grünanlage.
Fundamente der Burg Bommersheim (Foto: G. Weber).

Die ehemalige Turmhügelburg (Motte) wurde im 11./12. Jahrhundert errichtet. Sie bestand aus einem hölzernen Wohnturm auf einem Hügel, umgeben von einer Palisade oder einem Flechtwerkzaun, davor ein wassergefüllter Graben. Sie wurde im 13. Jahrhundert deutlich vergrößert: eine 1,70 m breite Ringmauer umgab den neu aufgeschütteten Innenraum mit einem Durchmesser von 35 m. Die Gebäude im Inneren waren offenbar mit der Traufseite an die Mauer angelehnt. Der Umfassungsgraben war mehr als 9 m breit und ungefähr 2 m tief.

Die Ringmauer der Burg Bommersheim war polygonal und besaß stumpfe Ecken (Foto: G. Weber).
Blick auf die polygonale Ringmauer (Foto: G. Weber).

Die Burg wurde 1382 durch die Reichsstadt Frankfurt zerstört, da sich die Bommersheimer Herren als Raubritter betätigten und Händler und Kaufleute, die auf dem Weg nach Frankfurt waren, ausplünderten. Der schnellen Zerstörung und Aufgabe der Ruine sind die ungewöhnlich zahlreichen Funde zu verdanken, die einen Einblick in die damalige Ausstattung der Burg und die Ernährung der Bewohner geben. Wäre die Burg gezielt aufgegeben worden, hätte man alles, was man noch gebrauchen konnte, mitgenommen.

Die Funde sind im Vortaunusmuseum in Oberursel ausgestellt. Die Überreste der Ringmauer finden sich in einer Grünanlage in der Straße Im Himmrich zwischen der Langen Straße und der Burgstraße in Oberursel-Bommersheim.