Aktuelles aus der
Archäologischen Gesellschaft in Hessen e.V.

8. Juni 2021: Erhalt des Sammlungsstandorts Römische Steinhalle im Landesmuseum Mainz (Aufruf des Präsidenten)

Die Steinhalle im Landesmuseum Mainz erschließt die bedeutendste Sammlung von römischen Inschrift- und Bildsteinen nördlich der Alpen dem Besucher erschließt. Sie diente seit fünf Jahren dem Landtag von Rheinland-Pfalz als Ausweichquartier für seine Plenarsitzungen. Nun ist die Renovierung des Landtagsgebäudes abgeschlossen und der Landtag wird in Bälde wieder an seinen angestammten Ort zurückkehren und in seinem renovierten Plenarsaal tagen. Nun versucht der gegenwärtige Landtagspräsident - entgegen aller vorheriger Abmachungen - die Hand weiterhin auf der Steinhalle zu halten und dort ein dauerndes Demokratie-Labor einzurichten, was natürlich zu Lasten der römischen Bildwerke ginge. Die Vorbereitungen sind in einer völlig intransparenten Art und Weise vor sich gegangen und erst gegen Ende April hat eine entsetzte Mainzer Öffentlichkeit davon erfahren. Seither haben sehr viele Fachgesellschaften, Fachverbände und Institutionen in offenen Briefen an Frau MP Dreyer und an den Landtagspräsidenten Hering dagegen protestiert. Der Präsident der Archäologischen Gesellschaft in Hessen hat vor Kurzem einen Brief an Ministerpräsidentin Malu Dreyer geschickt, den Sie gern mit Ihren eigenen Verteilern weiter verbreiten können.

Zudem ist Ende April eine online-Petition zum Erhalt der Steinhalle gestartet worden, die inzwischen bereits nahezu 6000 Unterschriften umfasst. Aus ganz Deutschland, Europa und den USA haben sich VertreterInnen der Museen, Archäologie, Epigraphik, Geschichte, von Lehrerverbänden usw., aber auch sehr viele Mainzerinnen und Mainzer zu Wort gemeldet. Die über 1000 Kommentare in der online-Petition stellen ein eindrückliches Dokument einer internationalen Solidarität zugunsten eines bedeutenden Erinnerungsortes dar. Der Link zur online-Petition lautet: https://www.openpetition.de/petition/online/erhalt-der-mainzer-steinhalle. Dort können Sie in der Rubrik, „Neuigkeiten“ sehr viele Dokumente einsehen. Um die Dimension dessen, was der Landtagspräsident zusammen mit der eben ins Innenministerium umgesetzten GDKE plant, zu verstehen, muss man wissen, dass direkt gegenüber dem Mainzer LM bereits ein gut funktionierendes aktives Demokratie-Zentrum existiert: Das "Haus des Erinnerns - für Demokratie und Akzeptanz“ wird von einer Stiftung der Stadt Mainz und von Mainzer Bürgerinnen und Bürgern getragen und vom Bund unterstützt. Damit ließe sich das geplante "Demokratie-Labor" sicher viel harmonischer verbinden als mit dem Museum. In Mainz hat sich mittlerweile ein „Runder Tisch“, ein Bürgerforum, gebildet, das sich für den Erhalt der Steinhalle als Ausstellungsort der Römersteine einsetzt.